Raphaela Kirschnick im Gespräch mit Hendrik Rumpfkeil, Geschäftsführer Gieseke
Wie blicken Sie auf 2025 zurück? Was hat Sie positiv, was negativ überrascht?
Hendrik Rumpfkeil: Das Jahr 2025 war das herausforderndste Jahr, das ich in 29 Jahren als Geschäftsführer erlebt habe. Nebst größerer der Marktsituation geschuldeter Herausforderungen hatten wir leider auch noch einen Cyberangriff, der uns hart getroffen hat. Meine Jahresabschlussrede vor unseren Mitarbeitern schloss ich mit den Worten: ‚Dieses Jahr ist jetzt endlich zu Ende‘.
Cyberangriff klingt wie ein Krimi. Was genau ist passiert?
HR: Eine russische Hackergruppe hat uns angegriffen und einen Großteil unserer Daten verschlüsselt. Es gab eine klassische Lösegeldforderung, die wir natürlich nicht erfüllt haben. Mit Hilfe des Bundeskriminalamtes haben wir uns dann aus diesem Sumpf am eigenen Zopf wieder herausgezogen.
Was hieß das konkret für den Betrieb?
HR: Der Außendienst konnte weiterfahren, aber wir konnten keine Aufträge fakturieren und keine Ware liefern. Insgesamt waren es sieben Arbeitstage, bis wir wieder im Normalzustand arbeiten konnten.
Wenn plötzlich sieben Arbeitstage fehlen, dann ist das für uns eine Größenordnung, die einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden bedeutet. Wir hatten Glück, wir konnten die Firma aus den Backups wiederherstellen.
Sie waren also vergleichsweise schnell wieder arbeitsfähig?
HR: Ja, da muss ich meiner IT-Abteilung und den externen Partnern großen Respekt zollen. Die haben das ganze Wochenende 24 Stunden durchgearbeitet. Die Kollegen sind nachts in die Firma gekommen, um Server umzustellen und Systeme wieder hochzuziehen. Das war eine große Leistung und hat uns in die Lage versetzt, relativ schnell wieder ins Netz zu gehen.
Was aber hängen bleibt, ist natürlich auch das Mentale. Verbindungen nach außen öffnet man dann nur langsam wieder.
Haben Sie daraufhin die IT-Sicherheit noch einmal verschärft?
HR: Ja, wir haben weiter nachgeschärft. Wobei das Bundeskriminalamt uns bereits eine sehr gute IT-Sicherheit bestätigt hat. Aber menschliches Versagen hebelt am Ende jede IT-Sicherheit aus.