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Credit: APA-Images / dpa / Bernd Weißbrod

13.02.2026

Was FriseurInnen von Toni Kroos lernen können – und umgekehrt

Toni Kroos war nach 15 Jahren wieder im Friseursalon. Im Podcast „Einfach mal Luppen“ berichtet er von „verschiedensten unangenehmen Situationen“. Spoiler: Ein Folgetermin wurde trotzdem vereinbart. Und genau da fängt’s an: Wenn es so schlimm war – warum dann wieder hin? Willkommen in der Königsklasse der stillen Beschwerden.

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Toni Kroos ist in dieser Story nicht nur Opfer des Salon-Alltags, sondern auch ein Paradebeispiel für einen Kundentyp, bei dem man als Profi innerlich kurz das Handtuch in die Ecke werfen möchte: „So wie immer“, aber als Neukunde. Möglichst ohne Smalltalk. Möglichst ohne viel Erklärung. Möglichst ohne dass irgendwer außer der auserwählten Person mit ihm spricht. Und bitte Gedankenlesen auf Champions-League-Niveau.

Klingt hart? Ist es ein bisschen. Aber fair ist fair: Ein Salon ist keine VIP-Lounge, und FriseurInnen sind keine GedankenleserInnen mit Schere.

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Unsere Kundenanalyse: Der „Kroos-Typ“

Ein Neukunde, der Stammfriseur kommt normalerweise nach Hause, jetzt aber soll’s „nur ein Refresh“ sein. Dazu die Erwartung: Es muss laufen wie bei seinem privaten Setup – nur eben im öffentlichen Betrieb, mit Empfang, Teamstrukturen und Standards. Das ist ungefähr so, als würdest du beim Auswärtsspiel erwarten, dass die Heimfans für dich mitklatschen.

Damit das Ganze nicht in einer 90-minütigen Frust-Partie endet, kommen hier 7 Learnings für FriseurInnen – und ein kleines Bonus-Learning für Toni.

7 Tipps für FriseurInnen im Umgang mit Kunden oder Kundinnen à la Toni Kroos

1) Transfercheck beim Erstkontakt

„Nur ein Refresh“ klingt harmlos – ist aber oft ein Hinweis auf: „Ich bin eigentlich zufrieden, aber heute muss es schnell gehen.“
Fragt bei der Buchung kurz nach: Warum kommt die Person heute zu euch? Stammfriseur ausgebucht? Ortswechsel? „Einfach mal testen“? Das hilft, Erwartungen einzunorden, bevor ihr auf dem Platz steht und merkt: Das wird hier kein Freundschaftsspiel.

2) Wenn’s still ist, ist’s nicht automatisch schlecht

Manche KundInnen sind ruhig, weil sie Ruhe wollen. Manche sind ruhig, weil sie innerlich schon die Bewertung aufmachen.
Kurz und easy: „Magst du es eher ruhig – Silent Cut?“
Das wirkt professionell und nimmt Druck raus. (Und ja: Toni hätte das auch einfach sagen können, statt später die Highlights im Podcast auszuspielen.)

3) Empfangsmanagement: Teamspiel erklären

Toni war irritiert, dass ihn nicht „seine“ Friseurin empfangen hat. Verständlich – aber auch ein bisschen weltfremd. Salons sind Team-Betriebe, kein Einzelkabinen-Service wie beim Physiotherapeuten.
Pro-Tipp: Kurz erklären, wie ihr arbeitet („Ich bin gleich bei dir, Kollegin X macht kurz den Check-in“). Das nimmt Irritation raus und verhindert, dass jemand schon beim Ankommen innerlich auf Abwehr schaltet.

4) Waschen oder nicht waschen: nicht diskutieren, begründen

Wenn jemand nicht waschen will: okay. Wenn’s aber wegen Produkt, Schweiß, Stylingresten oder Kopfhautstatus nötig ist: sachlich erklären.
Viele Konflikte entstehen nicht durch den Ablauf – sondern durch das Gefühl, übergangen zu werden. Toni dachte sich innerlich „muss das sein?“, sprach es aber nicht aus. Ergebnis: Unangenehm für alle.

5) Zweimal shampoonieren – bevor es zum Missverständnis wird

Double Cleansing ist keine Schikane, sondern Standard: Rückstände raus, Kopfhaut sauber, Ergebnis besser.
KundInnen können dabei „warum denn jetzt nochmal?“ denken. Deswegen: kurz erklären, sonst heißt es später, wie bei Toni: „Die wollte mich ärgern.“

6) Wassertemperatur aktiv abfragen (weil manche sich nicht trauen)

Toni fand das Wasser zu kalt, sagte aber offenbar nichts. Klassiker.
FriseurInnen können hier glänzen: „Passt die Temperatur?“ – kurz, freundlich, routiniert.
Das ist wie der Blickkontakt vor der Ecke: ein kurzer Check, ob alle richtig positioniert sind.

7) „Zu lang“ ist keine Maßeinheit

Dem Fußballprofi waren die Seiten zu lang, aber er wollte nicht nochmal nachhaken.
Lösung: Referenzbild, Millimeter/Ansatz definieren, „Was ist für dich kurz?“ klären.
Und ruhig betonen: Nachjustieren ist normal. Das ist kein Angriff auf eure Kompetenz – das ist Zusammenarbeit.

Was Toni Kroos lernen könnte

Viele unangenehme Situationen entstehen nicht, weil FriseurInnen schlecht sind, sondern weil KundInnen nicht kommunizieren, aber maximale Erwartungen mitbringen.
Wer „nicht vollgelabert“ werden will, darf das sagen.
Wer das Wasser zu kalt findet, darf das sagen.
Wer die Seiten kürzer will, muss das sagen.
Sonst ist das kein Serviceproblem, sondern ein Kommunikationsproblem mit Abseitsfalle.

Fazit zum Abpfiff

Unterm Strich: Wer beim Ersttermin klare Ansagen macht, Teamabläufe sauber erklärt und im Spiel kurz nachjustiert, gewinnt die Partie souverän – ohne Drama. Und wenn am Ende der Folgetermin steht, dann ist das kein Zufall, sondern ein sauber herausgespielter Treffer.

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